Umweltverträgliches Wandern

Umweltverträgliches Wandern – was heißt das jetzt schon wieder? Und warum braucht es dazu einen Blog-Post? In den letzten Tagen und Wochen hatten wir einige Instagram-Posts zu dem Thema verfasst und möchten die für uns wichtigen Punkte noch einmal zusammenfassen. Einiges mag selbstverständlich erscheinen, anderes war uns vorher auch nicht so bewusst. Nobodys perfect und auch wir haben schon Fehler gemacht. Aber wenn wir alle bereit sind, unser Handeln zu reflektieren, dann ist schon viel gewonnen.

Hauptproblem #1: Müll

Eigentlich ein klassischer No-brainer, also etwas dass so klar wie das Wasser im Eibsee sein sollte. Den größten negativen Effekt, den der Mensch auf die Natur hat, ist dass, was er hinterlässt. Das gilt natürlich vor allem für nicht-organischen Müll, wie z.b. Plastik, Glasflaschen und Zigarettenstummel. All das kann vom Ökosystem nicht sinnvoll abgebaut werden, verschmutzt das Wasser und gelangt in den Nahrungskreislauf der Wildtiere. Vögel und kleinere Wildtiere verenden qualvoll an Plastikteilen.

Organischer Müll

Aber auch organischer Müll, wie z.b. die berühmte Bananenschale, können in den Bergen ein Problem sein. Das Bild hat Marco von @unsere_berge bei Instagram gepostet. Dabei erklärt er auch nochmal das Problem:

Umweltverträgliches Wandern: Abbauzeit von Müll in den Bergen
  • Die kleinsten aller Organismen sorgen für Zerfall und Zersetzung des organischen Abfalls.
  • Diese Mikroorganismen haben es gerne warm und unter 8-10°C sind sie eigentlich gar nicht mehr aktiv. Je nach Höhe und z.b. in Gletscherlagen werden diese Temperaturen nur selten erreicht.
  • Außerdem leben sie eigentlich in einer Humusschicht (oberste Erdschicht). Diese Humusschicht ist oberhalb der Baumgrenze (Alpen ca. 2000m) sehr selten u über 3000m quasi nicht mehr vorhanden.

Was tun wir?

Was können wir also tun, damit wir umweltverträglich Wandern? Klar ist, dass jeder seinen Müll wieder mit nach Hause nehmen sollte. Was man „voll“ den Berg rauf schleppen kann, kann man auch nach Benutzung wieder runter schleppen. Wir gehen inzwischen aber noch weiter. Ein Müllbeutel gehört für uns immer in den Wanderrucksack und wenn wir Müll auf unseren Touren entdecken, sammeln wir ihn ein und nehmen ihn mit. Jeder Handgriff hilft. Unter dem Hashtag #brownieramadama reposten wir jeden Montag alle, die ebenfalls fleißig sind und mit anpacken. Lasst uns gemeinsam die Berge ein bisschen sauberer machen!

Problem #2: Die Sache mit den Wildtieren

Habt ihr euch eigentlich schon vor euren Wanderungen über die geltenden Regeln im Wandergebiet informiert? Gleich vorweg: Wer sich an das hält, was auf den Schildern steht und die ausgeschilderten Wege nicht verlässt, der macht in der Regel nichts falsch!

Wir müssen also einen Weg finden um umweltverträgliches Wandern mit den Bedürfnissen der Tiere zu vereinen. Bedenkt immer: Die Wildtiere wohnen in diesen Gebieten und wir sind nur Gäste. Und bei euch zu Hause erwartet ihr von euren Gästen ja auch, dass sie sich an gewisse Regeln halten und eure Privatsphäre respektieren.

Wildruhezonen und Betretungsverbote

Vor allem im Winter ist das eine besondere Herausforderung. Warum im Winter? Zum einen laden diverse Aktivitäten in den Bergen im Winter vermehrt dazu ein, die befestigten und beschilderten Wege zu verlassen. Das kann Schneeschuhwandern genauso sein wie Skitourengeher oder Rodeler. Zum anderen sind Tiere verstärktem Stress ausgesetzt: Die Temperaturen zehren an ihren Energiereserven, die Futtersuche gestaltet sich schwierig.

Aus diesem Grund gibt es in vielen Gebieten Wildruhezonen. Manche davon gelten nur im Winter, manche nur Nachts und andere wiederum sind ganzjährig für den Menschen gesperrt. Das sorgt dafür, dass die Tiere einen geschützten Rückzugsort haben und die anstrengende Jahreszeit überleben können.

Die Konsequenzen

Was passiert aber, wenn der Mensch sich nicht an die Regeln hält? Das haben wir die Ranger vom Naturpark Ammergauer Alpen gefragt. Die Geschichten die wir zu hören bekommen haben sind wirklich erschreckend. So kam es dieses Jahr wieder vor, dass junge Gämse zu Tode gekommen sind. Aufgeschreckt durch unachtsame/ignorante Wanderer legen die Gämse dann bei ihrer Flucht weite Strecken zurück, verbrennen dabei viel Energie und entfernen sich von ihrem Schlaf- und Essplatz. Letzten Endes ist es dann zu viel für sie und sie sterben vor Erschöpfung.

Die Lösung: Umweltverträgliches Wandern

Die Lösung ist recht simpel: Wir halten uns einfach an die geltenden Regeln und Verbote. Das einfachste ist dabei natürlich auf den ausgeschriebenen Wegen zu bleiben. Generell gilt: Gerade in der Dämmerung sollte man seine Wanderungen im Winter reduzieren. Wir kennen die Faszination Sonnenauf- oder untergang zu erleben und der Winter mit seinen langen Nächten macht es uns natürlich besonders einfach. Zumindestens aber muss man dabei entsprechende Rücksicht nehmen, auf besondere Sperrzonen achten und nie die Wege verlassen.

Thema #3: Die Drohnenfliegerei

Ein Thema was wir erst vor kurzem auf unserem Instagram-Kanal zur Diskussion gestellt haben, sind Drohnenaufnahmen. Auch wir sind fasziniert von den Möglichkeiten der Technik und den faszinierenden Aufnahmen. Allerdings gibt es auch hier Regeln, die man kennen und respektieren sollte. Letztlich gehört das ebenso zum umweltverträglichen Wandern wie die beiden anderen Themen, schließlich dienen Drohnenflugverbote vor allem dem Schutz der Natur.

Drohnenflugverbote über Naturschutzgebieten

Nach alter Rechtslage (bis 31.12.2020) galt ein Flugverbot in bestimmten Bereichen [LuftVO §21b Absatz 1 Punkt 6], zu denen u.a. Naturschutzgebiete gehören. Die zuständigen Behörden sind berechtigt „zum Beispiel für einen Betrieb zu land- oder forstwirtschaftlichen Zwecken, auf Antrag Ausnahmen […] zuzulassen“. Hier wird schon klar, dass rein fotografisch motivierte Aufnahmen von Wanderern eher nicht zustimmungsfähig sind – im Einzelfall kann das aber nur die jeweilige Behörde entscheiden. Auch mit der neuen EU Drohnenverordnung steht es den jeweiligen Ländern zu, entsprechende Verbotszonen zu definieren. Es ist daher davon auszugehen, dass das Fliegen von Drohnen in NSGs verboten bleibt.

Darf ich hier fliegen?

Viele Wandergebiete befinden sich innerhalb von Naturschutzgebieten oder Nationalparks und fallen damit in die entsprechenden Verbotszonen. Das war für uns auch der Grund, warum wir keine Drohne gekauft haben – dort wo es landschaftlich am reizvollsten ist, ist es schlichtweg verboten. Und das hat seine Gründe (siehe auch Punkt #2). Am einfachsten ist es, die entsprechenden Orte in einer App wie der Droniq App der Deutschen Flugsicherung zu checken. Alternativ geht das auch über die Website Airmap.

Umweltverträgliches Wandern: Drohnenflugverbotszonen in Oberbayern
Die Flugverbotszonen auf Airmap in Oberbayern.

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